Wärmepumpen 1x1: kühlt im Sommer, wärmt im Winter
Wussten Sie, dass Wärmepumpen neben dem Heizen und der Warmwasseraufbereitung auch für die angenehme Kühlung der eigenen vier Wände sorgen können? Wir erklären, wie die modernen Geräte funktionieren und welche Voraussetzungen erfüllt sein sollten.
Da seit dem 1. Januar 2024 in Neubauten nur noch Heizungen installiert werden dürfen, die zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden, entscheiden sich heute immer mehr Hausbesitzer für eine Wärmepumpe als Hauptquelle für ihre Heizungs- und Kühlbedürfnisse. Einerseits hat sich die Technologie der Wärmepumpen in den letzten Jahrzehnten stetig weiterentwickelt, andererseits sind die Geräte nicht auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Öl oder Gas angewiesen, sondern greifen zum Heizen oder zur Warmwassererzeugung auf die natürliche Wärme aus der Umgebung zurück.
Wie funktioniert eine Wärmepumpe?
Einfach betrachtet, ist das Funktionsprinzip einer Wärmepumpe vergleichbar mit dem eines Kühlschranks – nur umgekehrt. Das Herzstück einer Wärmepumpe bildet der Verdampfer, der Umgebungswärme aus Luft, Wasser oder Erdreich aufnimmt und an das Kältemittel überträgt. Dieses verdampft und wird in der Folge vom Kompressor verdichtet, wodurch die Temperatur ansteigt. Diese Wärme kann dann zum Heizen genutzt werden.
Doch nicht nur die klimafreundliche Wärme im Winter, sondern auch der Kühleffekt im Sommer ist ein wichtiger Aspekt und ein großer Vorteil von Wärmepumpen, idealerweise in Verbindung mit Fußbodenheizungen. Bei der Kühlung mit einer Wärmepumpe wird das Heizprinzip ganz einfach umgekehrt und die Wärme aus dem Haus nach außen geleitet.
Experte Martin Runge, Portfoliomanager der Stadtwerke Merseburg GmbH, im Interview
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um Wärmepumpen nutzen zu können?
Wer sich eine Wärmepumpe anschaffen möchte, sollte mit bestimmten baulichen Voraussetzungen vertraut sein. Dazu zählen eine gute Wärmedämmung, ein abgestimmtes Heizverteilersystem bestenfalls in Verbindung mit Flächenheizungen, ein Starkstromanschluss sowie ggf. ein Pufferspeicher und entsprechender Platzbedarf. Aufgrund des Betriebsgeräusches einer Luftwärmepumpe sind außerdem einige Meter Abstand zu benachbarten Grundstücken einzuhalten.
Brauchen Wärmepumpen Strom?
Wärmepumpen entziehen die Wärme zwar ihrer Umwelt, benötigen aber dennoch Strom, um zu arbeiten.
Wer kümmert sich um die Planung der Wärmepumpe und ggf. die Erschließung der Wärmequelle?
Die Planung und Installation einer Wärmepumpe benötigt Erfahrung und Expertise. Qualifizierte Unternehmen unterstützen beim energieeffizienten Neubau, der energetischen Sanierung oder bei einzelnen Modernisierungsmaßnahmen – von der Detailplanung bis zur Abnahme.
Was ist bei der Pflege und Wartung von Wärmepumpen zu berücksichtigen?
Die Wartung einer Wärmepumpe besteht je nach Art des Gerätes aus verschiedenen Arbeitsschritten und sollte regelmäßig, d. h. etwa alle ein bis zwei Jahre erfolgen. Dabei werden die Ausdehnungsgefäße, die Dichtigkeit der Kältekreise, das Kältemittel selbst und die elektrischen Verbindungen überprüft.
Eine Wärmepumpe nachrüsten – geht das im Altbau?
Das hängt vom Zustand des Gebäudes ab. Entscheidende Faktoren sind dabei vor allem eine gute Wärmedämmung und eine passende Stellfläche. Die beliebteste Wärmepumpe für den Altbau ist wegen der einfachen und vergleichsweise kostengünstigen Installation die Luftwärmepumpe.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Einbau einer Wärmepumpe?
Idealerweise erfolgt die Installation außerhalb der Heizperiode.
Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Winter bei Minusgraden?
Da Kältemittel erst bei Temperaturen unter –20 °C verdampfen, arbeiten Wärmepumpen auch im Winter zuverlässig. Die meisten Modelle sind zudem mit einem elektrischen Heizstab ausgestattet, der sich automatisch einschaltet, wenn die erforderliche Mindesttemperatur unterschritten wird.
Klimafreundlich und platzsparend – gibt es einen Haken?
Der größte Kritikpunkt liegt in den hohen Anschaffungskosten, die sich je nach Modell grob zwischen 10.000 und 20.000 Euro bewegen.
Warum lohnt sich die Anschaffung einer Wärmepumpe im Hinblick auf die hohen Anschaffungskosten trotzdem?
Wärmepumpen nutzen erneuerbare Energien, arbeiten effizient und sparen so Heizkosten und Emissionen. Zusätzlich machen sie Immobilien fit für die Zukunft und tragen zum Werterhalt bei.
Gibt es Förderungen oder spezielle Stromtarife für Wärmepumpen?
Bei der KfW-Bank kann eine Förderung beantragt werden, deren Höhe sich aus verschiedenen Komponenten, wie der Heizungseffizienz, dem Installationszeitpunkt und dem Haushaltseinkommen errechnet. Zusätzlich gibt es spezielle Wärmepumpen-Stromtarife.


